Studie: Spaß am Lernen

Spaß beim Lernen ist wichtig! Das finden 99% der Eltern laut einer Umfrage der Lernplattform Scoyo und dem Kindermagazin ZEIT LEO.

Nicht ganz so überwältigend ist die Resonanz der Kinder auf die Frage: Macht Dir das Lernen für die Schule Spaß?

Immerhin die Hälfte der Schülern hat zumindest manchmal Spaß dabei, allerdings nimmt die Freude am Lernen für die Schule mit zunehmenden Alter deutlich ab. Nachlesenswert ist das Ergebnis der Studie Lernen mit Spaß, die Anfang September veröffentlicht wurde, auf jeden Fall.

Lernen = Schule?

Die Umfrage beschränkt sich ausdrücklich auf das Lernen für bzw. in der Schule. Die implizite Gleichsetzung von Schule und Lernen bereitet mir Unbehagen. Wir lernen schließlich für das Leben und nicht nur in der Schule, richtig?

Vielleicht interpretiere ich zuviel hinein. Scoyo ist eine Online-Lernplattform, die auf Lernunterstützung für die Schule ausgerichtet ist. Und außerdem ist es leider wahr, dass die Schule die meiste Zeit unserer Kinder in Anspruch nimmt, auch hinsichtlich des Lernens nach dem Unterricht.

Trotzdem wünsche ich mir, dass mal Spaß am Lernen als Gesamtheit erfasst wird. Ich glaube, dass so macher Schüler über seine Hobbies ebenso eine Menge lernt, auch wenn er oder sie es nicht als „Lernen“ wahrnimmt.

Vermutlich ließe sich eine solche Studie nicht so einfach in 5 Fragen für die Schüler und 3 Fragen für die Eltern erfassen.

Jüngere Kinder lernen personenbezogen

Das entspricht meiner Beobachtung. Mein Großer ist bei den Hausaufgaben gerne in meiner Nähe. Ich muss gar nicht die ganze Zeit über seine Schulter schauen. Es reicht, wenn wir gemeinsam am Esstisch sitzen. Dann ist er zufrieden, auch wenn er diese langweiligen Deutschhausaufgaben machen muss.

Der Jüngere reagiert im Gegenzug eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die er in dem Moment nicht erfährt. Da muss ich mir noch ein paar Ideen einfallen lassen. Leider funktioniert es mit beiden an einem Tisch überhaupt nicht gut, selbst wenn ich versuche, den Kleinen zu beschäftigen.

Computer und Praxisbezug

Dass elektronische Medien fürs Lernen gerade bei Jungs total beliebt sind und praktische Anwendung eines der besten Mittel ist, um Gelerntes auch zu behalten – keine Überraschung, oder?

Ich bejahe Software und Apps als Lernmittel. Spielerisch verpackt, packt auch den größten Mathemuffel der Ehrgeiz beim Rechnen. Als Mutter stecke ich freilich in dem Zwiespalt, dass ich immer bestrebt bin, Bildschirmzeit zu begrenzen. Und wenn er denn diese hat, soll sie nicht unbedingt für die Schule draufgehen.

Praktische Anwendung des Lernstoffes ist sooo wichtig – und kommt bei uns immer noch zu kurz. Zeitmangel und Müdigkeit sind meine Ausreden. Aber wenn wir sowas tun, merke ich immer wieder, dass es meinen beiden Spaß macht.

Sei es nun, dass mein Großer ein Rezept lesen musste, die Anteile von Mehl, Zucker und die restlichen Zutaten richtig bestimmen musste und dann die Plätzchen weitgehend selbständig gebacken hat – er hatte ein großes Erfolgserlebnis.

Gleichzeitig werden alle seine Sinne angesprochen und verschiedene Lerngebiete (Lesen, Rechnen, Handfertigkeit) miteinander verknüpft. Kein Wunder, dass Learning by Doing so effektiv ist.

Daher habe ich mir vorgenommen, sowohl beide Kids im Haushalt mehr einzubeziehen als auch mal wieder Experimente nur so zum Spaß mit ihnen durchzuführen.

Fazit

Die Studie beschäftigt sich mit einem Thema, dass der überwältigenden Mehrheit der Eltern am Herzen liegt.

Also, lest Euch das Ergebnis der Umfrage durch und schätzt für Eure eigene Familie ab: Trifft das auch für uns zu? Was können wir tun, damit unsere Kinder Spaß am Lernen haben?

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